Wenn die Kräfte des Hundes nachlassen oder viel befahrene Straßen sichere Fahrradausflüge unmöglich machen, rücken Hundeanhänger und Hundebuggys in den Fokus. Wer sich auf die Suche macht, stellt schnell fest: Die große Modellvielfalt macht die Entscheidung nicht leicht.

Während asiatische Massenprodukte bereits für rund 50 Euro erhältlich sind, kosten Premiummodelle bis zu zwanzigmal so viel. Doch die enormen Preisunterschiede sind nicht die einzige Herausforderung – auch Ausstattung und Aufbau fallen bei der Investition ins Gewicht. Ich habe den Thule Hundeanhänger Bexey in Größe L getestet.

Wozu brauchst du einen Hundeanhänger oder Buggy?

  • Die Gründe, warum man zu der Hundetransportmöglichkeit greift, können sehr unterschiedlich sein.
    Weite oder riskante Strecken: Für passionierte Radfahrer oder Jogger, die mit ihrem Hund viele Kilometer zurücklegen oder streckenweise an hoch frequentierten Wegen unterwegs sind.
  • Alte oder kranke Hunde: Wenn der Vierbeiner nicht gut zu Fuß ist, aber nicht zu Hause bleiben soll, wird er damit durch die Gegend kutschiert.

Was waren meine Erfahrungen bisher?

Vor einigen Jahren, als bei mir ein stark übergewichtiges Rotti-Mädchen einzog, kaufte ich einen großen Hundeanhänger, um meiner Baba und mir das Leben zu erleichtern. Wegen ihrer zusätzlichen Pfunde litt die Hündin nämlich unter Gelenkschmerzen und Hüftdysplasie – auch dann noch, selbst nachdem sie ihr Idealgewicht erreicht hatte. Mit dem Hundeanhänger konnte ich schöne Ausflüge in und um Freiburg herum unternehmen, ohne den Hund zu quälen.
Und gerade aufgrund dieser Erfahrung mit dem damaligen Fahrradanhänger – unzählige Kleinteile, komplizierter Aufbau, ein kaputt geliefertes Rad, klobiger Adapter für den Fahrradrahmen – habe ich mit dem Auspacken des gelieferten Thule-Produkts eine Zeitlang gezögert. Prokrastination in reinster Form. Wie es sich herausstellte – völlig unnötig!

Bexey vor dem Aufbau

Lose Teile von Bexey – der Rest ist an einem Stück und muss nur noch aufgezogen werden (Foto: Kinga Rybinska)

Wie wird der Thule Hundeanhänger aufgebaut?

Jedem gelieferten Thule-Paket liegt eine Bedienungsanleitung bei und wer mich kennt, weiß, dass ich Instruktionen hasse. Die nette Überraschung ist: Der Großteil der Schraubarbeiten wurde bereits vom Hersteller erledigt. Der Anhänger wird zusammengeklappt geliefert, muss also nur noch „auseinandergezogen“ werden – mit zwei Klicks steht das mobile Hundehäuschen bereit. Der Aufbau ist so intuitiv, dass ich die Anleitung nicht einmal aufklappen muss. Den Inbus brauche ich für vier Schrauben. Auch die Räder – nachdem ich sie aufgepumpt habe – werden nur draufgeschoben und mit einem Klick fixiert. Lediglich den Adapter, also das Kupplungsstück zwischen Anhänger und Hinterachse – lasse ich in einem Fahrradladen an meinen Drahtesel anbringen – ich traue mich einfach nicht, mein Hinterrad auseinander zu schrauben.

Bexey lässt sich platzsparend falten

Das Falten ist nicht nur beim Aufbau praktisch – durch einfaches Zusammenklappen lässt sich der Thule Hundeanhänger auch schnell platzsparend verstauen. Das reudziert seine Höhe um fast 2/3 – von 109 cm auf 35 cm.

Wie gewöhne ich den Hund an den Anhänger?

Hundeanhänger Bexey - Training

Die obere Öffnung beim dem Modell macht das Gegendbeobachten leicht

 

Nachdem die technische Herausforderung bewältigt ist, steht noch ein entsprechendes Hundetraining an. Ich kann schließlich mein Tier nicht einfach einpacken und losradeln. Um den Vierbeiner mit dem neuen Gegenstand bekannt zu machen, ist es sinnvoll, erst einmal ohne die Räder anzufangen. Einfach mal als Hundehäuschen ins Zimmer stellen und belohnen, wenn der Hund reingeht und liegen bleibt. Akzeptiert er sein „Tiny House“, können die Räder aufgezogen werden. Phase 2 des Trainings beginnt.

Bremse nicht vergessen

Auch mit Rädern ist die kleine Hundebleibe kaum wackeliger, da der Thule Hundeanhänger auf eine Federung verzichtet. Man muss nur vor dem Einsteigen des Hundes unbedingt daran denken, vorher die Bremse zu drücken. Das habe ich beim ersten Mal vergessen und mein Hund – mit Schwung reingesprungen – hat sich erst erschreckt, weil das Häuschen plötzlich ins Rollen gekommen ist.

Phase 2: Training auf Rädern

Sobald sich mein Hund im Inneren hinlegt und entspannen kann, mache ich das Türchen zu und wieder auf. So kann sich der Hund sowohl an das Geräusch des Reißverschlusses als auch an den limitierten Platz gewöhnen. Zum Glück ist mein Vierbeiner nicht klaustrophobisch. Ist die Hürde genommen, löse ich die Bremse und bewege den Anhänger langsam hin und her. Mit dem zusätzlich montierten dritten Rad lässt sich der Bexey ruckelfrei rollen. Schon nach kurzer Zeit – dank reichlich Belohnung – wird mit dem Hundehaus auf Rädern Frieden geschlossen und ich kann das dritte Rad abmachen und den Thule Bexey mit dem Fahrrad verbinden.

Das passiert über die zuvor montierte Anhängerkupplung an der Hinterachse des Fahrrads. Die Deichsel des Anhängers wird dort eingeklickt, ein zusätzliches Spannband inklusive Karabinerhaken sichert die Verbindung doppelt. Unkompliziert selbst für Technik-Laien.

Auf den ersten Metern, die ich zurücklege, ist der Hund im Anhänger noch etwas unruhig, zumal wir über Kopfsteinpflaster fahren. Sobald wir einen ebenen Untergrund erreichen, kehrt wieder Ruhe ein. Irgendwann kann ich die obere Klappe sogar offenlassen, so dass der Hund die ungehinderte Aussicht genießen kann. Ein paar Flatterohren in dem leichten Fahrtwind wären cool – allerdings haben alle meine Hunde Stehohren.

Training Hundeanhänger - 4 Phasen

Zwei Lucken auf unterschiedlicher Höhe

Der Thule Bexey verfügt über zwei Öffnungen:

  • eine „ums Eck“, also an der vorderen Wand und an der Decke: ein Netz mit zwei Reißverschlüssen
  • der eigentliche Eingang hinten

Kommt der Bexey als Fahrradanhänger zum Einsatz, wird die hintere Öffnung zum Ein- und Aussteigen genutzt, die vordere Klappe fungiert als Fenster zum Rausgucken. In seiner Funktion als Hundebuggy könnten beide Öffnungen als Türchen verwendet werden. Mit einer Einschränkung: Für gehbehinderte Hunde, wie die Labradorhündin Lilly, eignet sich das Gefährt von Thule weniger, weil sie sich von alleine im Inneren des Anhängers nicht umdrehen kann, um auf dem gleichen Wege auszusteigen. Aus dem Grund hat sich ihr Besitzer für ein anderes Modell entschieden – eins, bei dem die Einstiegshöhe vorne und hinten gleich niedrig ist.

 

Meine Eindrücke mit dem Thule Bexey

Der Thule Bexey verfügt über einen stabilen Aluminiumrahmen, um den sich ein widerstandsfähiger Stoffbezug in Schwarz-Grün spannt. Die Verarbeitung wirkt hochwertig: sauber ausgeführte Nähte, leichtgängige Reißverschlüsse, keine scharfen Kanten. Die dickwandige Kunststoffwanne, die den Boden des Bexey ausmacht, ist Vor- und Nachteil zugleich. Sie ist sehr robust und bietet aus meiner Sicht mehr Komfort und Stabilität für den Insassen. Das spiegelt sich aber auch im Gewicht: Der Hundeanhänger in L bringt knapp 17 Kilogramm auf die Waage. Sein kleinerer Bruder wiegt ein Kilo weniger.

 

Thule Bexey - Hundeanhänger und Buggy: die Masse

Thule Bexey im Detail (Foto: Thule)

 

Praktisches Zubehör

Nicht anders als beim Autokauf, kann man sich bei Thule Bexey mit der Grundausstattung zufriedengeben oder zu Extras greifen. Diese sind allerdings keine kreativen oder komfortablen Gimmicks und vielmehr sinnvolle Zusatzausstattung:

  • Hundematratze mit abnehmbarem Bezug: Unterboden und Seitenwand (M: 109,95 und L: 119,95 EUR)
  • Strolling Kit: Ein Bügel und Zusatzrad für die Buggy-Funktion (M: 89,95 und L: 99,95 EUR)
  • Regenschutz (49,95 EUR)
Thule Bexey Zubehör

Das Zubehör von Bexey umfasst eine Matratze, den Strolling Kit und die Regenschutzkappe. (Fotos:Thule)

Fürs Fahrrad und zum Laufen

Wer mit seinem Hund nicht nur Fahrrad fahren möchte, sondern auch spazieren gehen, hat bei Thule beide Möglichkeiten. Mit dem „strolling kit“ lässt sich der Anhänger in einen Hundebuggy verwandeln. Dieser besteht aus einem Bügel und einem zusätzlichen Rad. Das ist besonders für Jogger oder aber für kranke und alte Hunde geeignet.

Thule Hundeanhänger ohne Federung

Der Thule Bexey verzichtet bewusst auf eine Federung. Dadurch gibt es nicht nur weniger Verschleiß und damit weniger Wartung. Die vierbeinigen Passagiere haben eine stabile Fläche zum Sitzen oder Stehen – ohne Nachgeben oder Wackeln. Vibrationen während der Fahrt absorbiert eine speziell entwickelte Matte und die Polsterung. Die fehlende Federung reduziert auch etwas das Gewicht.

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Du willst den Bexey testen? Wer im HYGGE HAUS Urlaub macht, kann den Hundeanhäger ausleihen.

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Was ist bei Thule Bexey nachhaltig?

Der Thule Bexey, der in Schweden entwickelt und in dem firmeneigenen Test Center in Hillerstorp getestet wird, punktet mit einer robusten Bauweise, ist also langlebig. Sein Hauptstoff besteht zu 100 % aus recyceltem Polyester und ist PFAS frei.

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, bekannt auch als „Ewigkeitschemikalien“, weil sie sowohl in der Umwelt als auch im menschlichen Körper kaum abgebaut werden. Es sind künstlich hergestellte Industriechemikalien, die wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften häufig in Textilien oder Verpackungen zum Einsatz kommen. Allerdings sind sie sehr bedenklich, weil sie mit verschiedenen Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht werden, darunter mögliche Auswirkungen auf Leber und Immunsystem sowie ein erhöhtes Krebsrisiko.

Die Seitenwände und der Boden lassen sich herausnehmen, was die Reinigung erleichtert. Da im Falle einer Panne Ersatzteile verfügbar sind, kann der Anhänger viele Jahre genutzt werden. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings schon: Die Produktion erfolgt in China – aus Nachhaltigkeitssicht ein klarer Kritikpunkt.

IF Design Award für Bexey

Der Bexey Anhänger wurde 2024 mit dem iF Design Award ausgezeichnet – einem internationalen Gütesiegel für herausragendes Design. Der Preis wird seit 1954 von einer unabhängigen Expertenjury vergeben. In ihrer Begründung lobte die Jury insbesondere die gelungene Verbindung von Komfort, Funktionalität und Sicherheit: Der Bexey wurde speziell auf die Bedürfnisse von Hund und Halter abgestimmt. Seine robuste Konstruktion und das durchdachte Design sorgen für eine ruhige, stabile Fahrt und machen jede Reise für den Vierbeiner besonders angenehm.

Geschichte von Thule

Wer heute „Thule“ hört, denkt sofort an Auto-Dachboxen. Die Anfänge des Unternehmens liegen jedoch am Wasser und reichen bis ins Jahr 1942 zurück. Firmengründer Erik Thulin, ein leidenschaftlicher Angler, entwickelte damals eine Hechtfalle, die er „Thule“ nannte und erfolgreich an Angler in Skandinavien verkaufte. 20 Jahre später verlagerte sich der Schwerpunkt auf den Transport von Ausrüstung und Gepäck. Auf den ersten Skiträger im Jahr 1962 folgte 1964 ein Dachträger mit Korb. Einen weiteren Meilenstein markierte 1997 die Einführung der ersten Dachbox – ein Produkt, mit dem Thule auch international bekannt wurde.

Geschichte von Thule - Meilensteine

Die wichtigsten Meilensteine von Thule (Infografik: Kinga Rybinska)

 

Thule entdeckt den Hund

Die Ausrichtung der Marke auf den Hundehalter war bei Thule eine natürliche Entwicklung – nachdem Lösungen für Lasten und später für Kinder entwickelt wurden, schloss man die Lücke auch für vierbeinige Familienmitglieder. „Der Thule Courier war der erste Schritt in Richtung sicherer Hundetransporte – ein Hybridanhänger, der sowohl für Kinder als auch für Lasten genutzt werden kann und sich mit dem Dog Trailer Kit auch für Hunde eignet“, sagt Kerstin Wagner, Marketing- & PR-Spezialistin bei Thule.

Blut geleckt: Auf den Hund gekommen

Hundehalter sind eine ernstzunehmende Zielgruppe – das hat Thule schnell erkannt. Auf den „Courier“ folgte der erste speziell für Hunde entwickelte Anhänger und der Protagonist dieses Beitrags: Thule Bexey. Anschließend kam die Hundebox fürs Auto auf den Markt: Thule Allax. „Damit deckt Thule den gesamten Bereich des Hundetransports ab – vom Fahrrad über den Anhänger bis hin zum Auto“, so Wagner.

Neben Thule Hundeanhänger auch Hundeboxen und Geschirre

Im Dezember 2025 bekam die Allax eine Schwester, die Thule Allax double, eine crashgetestete Hundebox für das Auto, die zwei Hunde nebeneinander transportiert. Sie kann in der Tiefe verstellt werden und passt sich damit verschiedenen Kofferraumformen an. Eine weitere Neuheit aus dem Jahr 2025 ist Thule Cappy, ein crashgetestetes Sicherheitsgeschirr für das Auto, erhältlich in mehreren Größen.

In naher Zukunft bei Thule

„2027 kommt der Thule Elivo auf den Markt, der bereits auf der THEX 25/26 in Malmö im November letzten Jahres präsentiert wurde“, kündigt Kerstin Wagner an. Es sei eine neue Lösung für den Hundetransport per Fahrrad. Mit Thule Dart verlässt das Unternehmen erstmals die reine Transport-Nische. Die neue Produktlinie umfasst Geschirre und Halsbänder für den täglichen Gebrauch und erweitert das Portfolio über den Bereich Mobilität hinaus. Wird Thule zum umfassenden Hundeausstatter?

Fazit zu Thule Hundeanhänger Bexey

Der Thule Bexey gehört zweifellos zur Premiumklasse der Hundeanhänger – und das merkt man sowohl beim Aufbau als auch bei der Fahrt. Die hochwertige Verarbeitung, die stabilen Teile und die durchdachten Details rechtfertigen in meinen Augen den hohen Preis. Nicht jede Designentscheidung wird für jeden Hund die optimale Lösung sein, etwa bei stark gehbehinderten Tieren, die im Buggy gefahren werden und auf beiden Seiten einen niedrigen Ein- und Ausstieg bräuchten. Insgesamt überzeugt der Bexey jedoch als komfortabler und sicherer Begleiter für aktive Hundehalter. Schade nur, dass er in China hergestellt wird.